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PROJEKT GRID BLOCK

Ausgewählte Projekte:

Bildangabe:

Eröffnung der Ausstellung Wiener Moderne. Weiblich. Widerständig; Sabine Fellner, Gerda Ridler, Typotainment, Ausstellungsansicht (Helene Funke); Fotos: Ludwig Schedl, Agnes Winkler, eSel;

 
WIENER MODERNE. WEIBLICH. WIDERSTÄNDIG
 

11.4.2026 – 10.1.2027
 

Auszüge aus der Eröffnungsrede vom 11. 4. 2026:
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freund:innen der Landesgalerie Niederösterreich!
 

Wenn wir heute von der Kunst der Wiener Moderne sprechen, so geht es vielen von uns gleich – es steigen vor unserem inneren Auge meist sofort große Namen auf – Gustav Klimt, Egon Schiele, Josef Hoffmann, Otto Wagner, Adolf Loos.
 

Es ist eine vertraute Erzählung, eine kunsthistorische Gewissheit, die sich über Jahrzehnte eingeschrieben hat. Doch jede Gewissheit wirft auch einen Schatten. In diesem Schatten standen lange Zeit jene Künstlerinnen, die ebenso Teil dieser Epoche waren – die malten, entwarfen, gestalteten, dachten und kämpften.

 
Frauen, die nicht nur an der Moderne teilhatten, sondern sie mitprägten.
Künstlerinnen, deren Werke und Biografien jedoch allzu oft übersehen, verdrängt oder vergessen wurden.

 
Die Ausstellung „Wiener Moderne. Weiblich. Widerständig“ ist daher mehr als eine Präsentation von Künstlerinnen und Kunstwerken. Sie ist eine Einladung zur Neuvermessung. Eine Spurensuche. Und auch ein Akt der Gerechtigkeit.

 
Im Zentrum der Ausstellung steht eine bemerkenswerte Persönlichkeit: Fanny Harlfinger-Zakucka. (…) Sie wird nun erstmals in ihrer ganzen Vielschichtigkeit sichtbar: Sie war Künstlerin, Ausstellungsmacherin, Kulturpolitikerin, Netzwerkerin und Mentorin für jüngere Künstlerinnen. Und sie wusste: Sichtbarkeit entsteht nicht von selbst – sie muss aktiv hergestellt werden.

 
Heuer, im Jahr 2026 feiern wir das 100-jährige Gründungsjubiläum der Vereinigung „Wiener Frauenkunst“ – das ist ein ebenso bedeutender wie geeigneter Anlass, Fanny und ihrer Mitstreiterinnen wieder ins kulturelle Bewusstsein zu rücken.
 
(…)
 
Dass dieser Raum heute hier entstehen kann, ist kein Zufall. Die Landesgalerie Niederösterreich hat sich in den vergangenen Jahren bewusst der Aufgabe verschrieben, vergessene oder marginalisierte Positionen sichtbar zu machen. Unser Haus versteht sich nicht nur als Ort der Bewahrung, sondern auch als Ort der aktiven Neubefragung von Kunst-Geschichte.
 

Denn Museen tragen Verantwortung. Verantwortung dafür, was gezeigt wird – und ebenso dafür, was lange nicht gezeigt wurde. Die Wiederentdeckung dieser Künstlerinnen ist deshalb mehr als ein kunsthistorisches Forschungs-Projekt. Sie ist Teil einer lebendigen Erinnerungskultur. Einer Kultur, die Lücken nicht hinnimmt, sondern sichtbar macht. Die das Überlieferte nicht nur bewahrt, sondern hinterfragt. Und die damit unser Verständnis von Vergangenheit – und letztlich auch von Gegenwart – verändert.
 
 
Kuratorin: Sabine Fellner
 
Website Landesgalerie Niederösterreich
 
Gerda Ridler (April 2026)